Der von mir sehr geschätzte Norbert Bolz hat bei achgut die regierungstreuen Intellektuellen mit einer sehr herben Kritik bedacht.
Die Intellektuellen des linken Mainstream moralisieren politische Themen so radikal, dass zwischen Thema und Meinung gar kein Spielraum mehr bleibt.
Die einzige Elite, an deren Leistungsfähigkeit Zweifel angebracht sind, sind die Linksintellektuellen, die sich von Kritikern der Macht zu ihren Steigbügelhaltern zurückentwickelt haben.
Dass man die formale Freiheit hat, zu sagen, was man denkt, besagt nicht viel, wenn man nicht mehr zu denken wagt, was man nicht sagen darf. Da es auf Dauer zu anstrengend ist, anders zu denken als man redet, denken die meisten auch schon politisch korrekt. Wir fürchten also nicht, eine falsche Meinung zu haben, sondern mit ihr allein zu stehen. Die Isolationsangst regiert die Welt. Wer aber den Zorn der anderen fürchtet, schließt sich leicht der Meinung der scheinbaren Mehrheit an, auch wenn er es eigentlich besser weiß. Er bringt sich selbst zum Schweigen, um seinen guten Ruf nicht aufs Spiel zu setzen.
Seine Inschutznahme der Funktions- und Leistungseliten kann ich zwar nur begrenzt teilen, denn wie er festhält:
Eliten entstehen immer als Resultat von Ausleseprozessen.
Aber wie sehen diese Ausleseprozesse aus und was genau sind die Kriterien?