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Polybios Verfassungskreislauf

Sowohl Platon als auch Aristoteles entwickelten schon Modelle zur Klassifikation von Verfassungen und sahen einen zwingenden Verfallsprozess, in dessen Folge die verschiedenen Verfassungen zyklisch aufeinander folgen.

Polybios, als Historiker weniger an Modellen als an konkreten Verfassungen interessiert, entwickelt im 6. Buch seiner Universalgeschichte (6,9) den folgenden Ablauf:

Am Anfang steht eine Art Urmonarchie oder Häuptlingsherrschaft.

Aus dieser entwickelt sich die Monarchie, ein Einzelner herrscht im Sinne des Gemeinwohls.

Dekadenz und moralischer Verfall, durch die Sicherheit des Lebens als Herrscher führt zu Habsucht, Überheblichkeit, Ungerechtigkeit und Herrschsucht, zu Machtmissbrauch des Herrschenden – zur Tyrannis.

Daraufhin stürzt eine überschaubare, aber entschlossene Gruppe den Tyrannen und übernimmt die Macht im Sinne des Gemeinwohls : die Aristokratie.

Leider machen es sich die auf Dauer auch bequem, füllen vor allem die eigenen Taschen und verfallen der Dekadenz und vergessen das Wohl des Volkes. Die Oligarchie kommt zur Blüte.

Irgendwann reicht es den Beherrschten, das Volk steht auf und stürzt die Herrscher und übernimmt selbst die Macht, um das Gemeinwohl wieder zu sichern – die Demokratie ist geboren.

Das klappt auf Dauer aber ebensowenig, die Demokratie wird zum Selbstbedienungsladen, der Pöbel übernimmt die Herrschaft und es entsteht die Ochlokratie.

Wenn dann ein starker Führer wieder das Ruder übernimmt, beginnt der Kreislauf von vorn, es entsteht wieder eine Monarchie.

Ist das ein Gesetz des Lebens?

Kluge Menschen haben versucht, einen Ausweg aus diesem Kreislauf zu finden, z.B. durch das Konzept einer Republik, mit Mischverfassungen, v.a. mit Gewaltenteilung. Ein Blick auf das politische Geschehen in der westlichen Welt macht mir allerdings deutlich, dass das nicht funktioniert hat.

Was meinst Du: Wo stehen wir heute?

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Autor: querfeldein

"Ich glaube nicht, daß ein vernünftiger Mann in Deutschland ist, der sich um das Urteil einer Zeitung bekümmert, ich meine der ein Buch verdammt, weil es die Zeitung verdammt, oder schätzt, weil es die Zeitung anpreist, denn es streitet schlechterdings mit dem Begriff eines vernünftigen Mannes." Georg Christoph Lichtenberg

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