Zeitenwende

Die Medien verbreiten Angst und manche Menschen sind fast in Panik. Ende August erlebte ich live, wie im Zug eine Schaffnerin einen hysterischen Anfall bekommt, weil zwei Reisende keine Masken tragen. Angst erzeugt Stress, Stress verhindert klares Denken, der Mensch schaltet in den Überlebensmodus – Kampf, Flucht oder Erstarrung. Das prägt unsere Öffentlichkeit seit Monaten, wobei Flucht auch keine Option ist – wohin auch?

Trotzdem sind sich erstaunlich viele bewußt, dass wir das Ende eines Zeitalters erleben. Das Geld ist alle und neue Schulden werden das Problem nicht lösen, sie werden das Problem nur verschärfen. Eine bald 80-Jährige will zwar keinen Handschlag und schon keine Umarmung, aber beim Gehen sagt sie mir: „das Geld ist doch sowieso schon alle. Ich habe ja nicht mehr so viel Zeit, aber ihr werdet das ausbaden müssen.“ Ein Freund, der gerade mit 60 in den Vorruhestand geht, ist sich auch nicht so sicher, ob das wirklich sein letzter Arbeitstag war. Irgendjemand wird den Karren ja aus dem Dreck ziehen müssen. Ob die Jüngeren das schaffen, sieht er eher skeptisch. Aus dem Arbeitsleben verabschiedet sich auch eine Freundin, weil sie keine Lust mehr hat, den ganzen Schwachsinn und die Masse an Schmarotzern mit zu mästen. Die Geschichten, die sie zu ihren Arztbesuchen erzählt, lasse ich besser weg, sonst bekomme ich Besuch von der Polizei wegen „Hassverbrechen“.

Ich komme aus der Zukunft, ich bin aus der DDR. So durchgeknallt und widernatürlich war es aber zumindest in den 80er Jahren selbst im Osten nicht.

Eine alte Normalität wird es nicht geben, eine neue Normalität wie sie uns in Aussicht gestellt wird, wird es mit mir nicht geben. Die Zeichen stehen auf Sturm. Seit zwanzig Jahren habe ich mich von den Massenmedien abgekoppelt und selbst Informationen zusammengesucht, die mich interessieren. Schnell ist der Punkt erreicht, an dem die Anknüpfungspunkte für Gespräche selten werden und irgendwann reißen sie ganz ab. Das Politiktheater ist nicht relevant, es ist das Fastfood für die Menge. Der tägliche, permanente Fluß an Aufregungen lenkt nur von den eigenen Fragen ab, und das ist genau so gewollt. Mit etwas Abstand kann man diesem Land nur noch eine schwere Störung diagnostizieren.

Der Instinkt funktioniert aber zum Glück noch und manchmal auch das Gewissen. Wir stehen vor einem Umbruch, der die Wende und die Wiedervereinigung wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen werden. Die Lügenkonstrukte von Jahrhunderten werden kollabieren, unsere Weltbilder auseinanderfallen und von den aufgeblasenen Egos wird nicht einmal Asche übrig bleiben.

Bis dahin ist es aber noch ein Stück Weges. Jeder Mensch, der noch über eigene Wahrnehmung und Reste selbständigen Denkens verfügt, mit dem sein Gewissen in den stillen Momenten Klartext spricht, hat eine Ahnung, wie groß die Lüge in unserer Welt geworden ist, wie sehr die medial dargestellte Wirklichkeit von der selbst erlebten abweicht, wie absurd das Abseitige als normal dargestellt wird und das Normale als falsch und verbrecherisch. Satan ist der Vater der Lügen und manchmal kommen mir da seltsame Gedanken zum heutigen Geschehen… Apokalypse heißt aber übersetzt nur Entschleierung, Enthüllung.

Autor: querfeldein

"Ich glaube nicht, daß ein vernünftiger Mann in Deutschland ist, der sich um das Urteil einer Zeitung bekümmert, ich meine der ein Buch verdammt, weil es die Zeitung verdammt, oder schätzt, weil es die Zeitung anpreist, denn es streitet schlechterdings mit dem Begriff eines vernünftigen Mannes." Georg Christoph Lichtenberg

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