Gesellschaft vor dem Untergang

„Wenn Sie sehen, dass Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, dass man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, dass das Geld denen zufließt, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, dass Menschen durch Bestechung und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, dass die Gesetze Sie nicht vor diesen Leuten schützen, sondern diese Leute vor Ihnen, dass Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, dass Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.“

Ayn Rand, Der freie Mensch, 1957

Berlin ist eine Reise wert

Letzte Woche hatte ich seit längerem mal wieder geschäftlich in Berlin zu tun. Ich habe noch etwas Zeit und hole mir einen Kaffee in einer Bäckerei am Bahnhof. Zwei ältere Damen setzen sich zu mir und erzählen, was sie nicht essen dürfen und welche Pillen sie nehmen, wenn sie sich (wieder einmal) nicht an die Vorgaben der Ärzte halten.

Eine Oma mit Krücken, bestimmt schon um die achtzig, kommt an unseren Tisch, kramt aus Ihrer Tasche ein Päckchen hervor und bietet uns ihre irgendwann einmal sicher wertvollen Bleikristall-Gläser an. Wir sind alle irritiert, was soll das?

Sie braucht seit zwei Jahren eine neue Brille und hat dafür kein Geld, erzählt sie. Ein kurzer Blick bestätigt mir, dass sie fast nichts sieht. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie mich überhaupt wahrnimmt, ich sitze recht weit von ihr entfernt. Wir lehnen alle freundlich ab und sie wendet sich zum Gehen. Das Problem ist, erklärt sie im Weggehen, man darf einfach nicht so alt werden…

Es dauert einige Minuten, bis ich die Fassung wiedergewonnen habe. Die beiden Damen an meinem Tisch diskutieren, welche Füllung für die Waffeln wohl am besten sind. Mir ist der Appetit vergangen.

Würde soetwas in unserer Kleinstadt passieren? Nein.

Unwillkürlich muss ich an die vielen Beschwörungstheoretiker mit ihrem „wir leben im besten Deustchland, das es je auf deutschem Boden gab“, „wir schaffen das“ und „Deutschland ist ein reiches Land“ denken. Schande über Euch!

Ayn Rand – „Der freie Mensch“

Meine Frau möchte mir ein Geschenk machen. Ja, immer gerne! Sie drückt mir ein schweres Paket in die Hand und heraus kommt – ein Buch: Ayn Rand – „Der freie Mensch“. Die Überraschung ist gelungen. In Deutschland war das Buch bisher nicht einfach zu bekommen, ältere Ausgaben bei Amazon findet man als Gebrauchtexemplare für Preise zwischen 300-480 Euro. Jetzt liegt dieser 1957 erschienene Klassiker der Libertarismus neu übersetzt im thinkum Verlag für 50 Euro vor. Aber 1487 Seiten sind auch für mich eine echte Herausforderung und bei diesem Brocken mit über 2 kg ist ein Buchhalter nötig.

Ob „Der freie Mensch“ eine Philosophie in Romanform oder ein philosophischer Roman ist will ich nicht entscheiden, aber in meiner gesamten bisherigen Lektüre bildet dieses Buch eine Art geistige Insel, es passt in vieler Hinsicht in keine Schublade. Es gibt zur philosophischen Tradition des Abendlandes – von Aristoteles einmal abgesehen – keine Verbindungen. Ein positiver Bezug zur christlichen Tradition ist ihr fremd. Dystopie und eine Utopie werden in einem Werk gegeneinander gestellt. Selbst die Liebesbeziehungen der Hauptfigur sind irgendwie philosophisch, aber keineswegs blutleer. „Der freie Mensch“ ist eher der amerikanische Traum von Freiheit, dem Streben nach Glück und freiem Unternehmertum in Buchform – nur ganz anders als wir das aus Hollywood kennen. Und nebenbei: Ayn Rand hat 25 Millionen ihrer Bücher verkauft.

„Wenn dein starker Arm es will, stehen alle Räder still“ hat bei Ayn Rand eine gänzlich andere Bedeutung als wir sie in Europa sofort assoziieren. Was würde geschehen, wenn die Leistungsträger einer Gesellschaft, im Buch sind es v.a. die Industriellen über den Erfinder bis zum echten Philosophen, einfach hinwerfen und in den Streik gehen und damit die steuerfinanzierten Plünderer aller politischen Farbvarianten sich selbst überlassen? Und weitergedacht: Was geschähe, wenn der Eisenbahner, der Bauer und der Vorarbeiter im Stahlwerk plötzlich einfach weg wären und die Politiker samt Staatsapparat, die Journalismus-Simulatoren und die Tausenden Berater, Anwälte und Sich-auch-irgendwie-wichtig-Meinenden plötzlich allein wären? Diese Idee spielt Ayn Rand in diesem Buch radikal mit so zwingender innerer Logik bis in die Details durch, dass am Ende nur ein gesellschaftlicher Trümmerhaufen übrig bleibt – und ein gut vorbereiteter Neuanfang.

Wenn sie jetzt ein leises Lächeln auf den Lippen haben, sollten sie das Buch lesen. Es ist spannend geschrieben, sie werden nicht lange brauchen, um mit den Akteuren des Romans mitzudenken und zu fühlen. Ihr Lächeln wird sicher irgendwann schmaler werden, wenn ihnen bewusst wird, wie aktuell dieses Buch ist.

Wenn sie dagegen entrüstet den Kopf schütteln oder auch nur der Gedanke an Gemeinwohl, Menschlichkeit oder Altruismus durch ihren Kopf geistert, sparen sie sich das Geld. Sie werden nicht weit kommen oder einen mentalen Kollaps erleiden.

Bücher sind ein Resonanzboden für unseren Geist – aus manchen Büchern wachsen wir heraus, für andere sind wir noch nicht reif, andere treffen wir zum genau richtigen Zeitpunkt. Dieser Roman hat ein philosophisches Format, das ist heute selten worden. Komfortabel dosiert in einer ruhigen Stunde bei Rotwein und Kerzenschein Philosophie konsumieren, das ist nicht ihre Sache. Ayn Rand hat diese Geschichte vor über sechzig mit fast schon hellseherischen Fähigkeiten geschrieben und wird neben George Orwell und Aldous Huxley ihren Platz finden. Dieses Buch zu lesen ist eine geistige De-Programmierung – erst schmerzhaft, dann umso befreiender. Für mich war danach mein weiterer Weg klarer.

Zwei grundlegende Prämissen hat sie, die den Menschen verorten: Es gibt eine objektive Realität in einer kausalen Welt, mit der wir leben müssen – oder wir sterben. Die Gesetze des Lebens können ignoriert werden, sie werden aber uns nicht ignorieren. Alles postmoderne Gerede und Wortverdreherei, alle Propaganda und alle theoretischen Konzepte zur Verbesserung der Welt scheitern am Ende an der Wirklichkeit. Das kann allerdings dauern und wir müssen entscheiden, was wir in dieser Zeit tun und lassen.

Den „Sündenfall“ sieht sie als ein Geschenk. Durch die Erkenntnis von Gut und Böse hat der Mensch eine Moral entwickelt, um sein Brot durch Arbeit zu verdienen, musste er produktiv werden und durch die Lust beim Sex fand er Freude und zu seiner Schöpferkraft. Das sind die Kardinalwerte seiner Existenz, durch sie wurde er erst zum Menschen. Körper und Bewusstsein sind bei ihr keine Gegensätze, sie gehören zusammen. „Ein Körper ohne Seele ist ein Leichnam, eine Seele ohne Körper ein Gespenst.“

Ayn Rand ist nicht atheistisch im herkömmlichen Sinn, sie braucht keinen Gott. Wenn der Mensch in seine Schöpferkraft kommt, findet er selbst in seine Göttlichkeit. Da sind christliche Konzepte von Schuld und Opfer nur Mittel zur Herrschaft und ein fernöstliches Konzept von Wiedergeburt hindert uns das zu tun, was jetzt getan werden kann oder muss.

Du musst denken, du musst vor allem selbst denken und dich nicht darauf verlassen, was andere sagen. Es ist dein Leben. Es ist deine Freiheit. Du hast die Verantwortung für dein Leben. Das gesamte Buch ist ein Aufruf zum Leben, zur Schaffenskraft und zur Lebensfreude, ja Lebenslust. Dafür müssen wir erst einmal wieder in der Realität, im Hier und Jetzt ankommen und geistigen Ballast abwerfen.

So definiert sie sozial auch ganz weltlich um: was mir nutzt, nutzt auch den anderen, denn sonst würden sie es nicht in einem freien Marktverhältnis bei mir kaufen. Daraus können wir ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln und unsere Ängste loslassen. Zu oft gehen wir noch aus Bequemlichkeit in die Falle des Selbstverrats und lassen es zu, dass die Hoffnung gegen uns verwendet wird, statt einfach nicht mehr mitzumachen. „Es ist eigenartig, wie einfach die Dinge werden, wenn man sie klar sieht.“

Ayn Rands gesamter Entwurf orientiert sich an den Starken, die das Beste aus sich herausholen, an einem Adel durch herausragende Leistung und nicht an den Schwachen, Kranken und Bedürftigen. Das ist eine grundsätzliche Richtungsentscheidung, die sich bewusst zu machen lohnt. Sie feiert das Leben, die anderen den Schmerz und das Leid, am Ende den Tod. In der Thermodynamik nennt man den Zustand, wenn alles irgendwann gleich ist, den Wärmetod des Universums.

Ohne Frage gibt es Argumente gegen ihre Ansichten, aber jeder sollte sich fragen, welche davon auf seiner inneren Ablehnung und seinen erlernten Vorurteilen mit ausgefeilten Konzepten und einer gut gepflegten Begrifflichkeit beruhen. Bei der Durchsicht der ersten Seiten der Google-Suchergebnisse habe ich mich gefragt, ob wir die gleiche Autorin gelesen haben.

Wenn Sie in Ayn Rands „Shambala“, ihre Utopie der freien Menschen, Eintritt haben wollen, dann müssen sie aus ihrer inneren Mitte den Schwur leisten können: „Ich schwöre bei meinem Leben und der Liebe zu ihm, dass ich niemals für einen anderen Menschen leben werde und von keinem Menschen verlange, dass er für mich lebt.“ Und, können sie das?

Das „etwas andere“ Pilzbuch

Pilze sind allgegenwärtig – in uns, um uns – aber für unsere Augen meist unsichtbar. „Sie fressen Gestein, produzieren Erde, verdauen Umweltgifte, ernähren und töten Pflanzen, überleben im Weltraum, erzeugen Visionen, produzieren Nahrung, stellen Medikamente her, manipulieren das Verhalten von Tieren und haben Einfluss auf die Zusammensetzung der Erdatmosphäre.“ (S.13) Merlin Sheldrake gibt in seiner Einleitung den Parcours durch sein Forschungsgebiet vor und das ist immer doppelt spannend zu lesen.

Zum einen lernt man viel über Pilze: von Trüffeln, Flechten, Zauberpilzen, Mykorrhiza-Pilzen, Zombie-Pilze, die Ameisen befallen, Heimzucht von Pilzen, die auch auf Zigarettenkippen wachsen und natürlich über Hefepilze. Pilze sind Meister der Anpassung an die unwirtlichsten Umweltbedingungen und sie verstoffwechseln so ziemlich alles, was ihr Mycel erreichen kann. Selbst in den strahlenden Atomreaktoren von Tschernobyl haben sich Pilze angesiedelt, die sich von Radioaktivität ernähren. Das ist schon spannend und unterhaltsam zu lesen. Zum anderen analysiert Sheldrake von den konkreten Phänomenen ausgehend, wie Pilze unsere philosophischen Kategorien und Vorstellungen durcheinanderbringen, zuweilen auch auflösen. Das ist Wissenschaftsphilosophie ganz lebendig, praxisnah und offen. Wenn er sich durch den Dschungel gräbt, um das Mycel eines Pilzes zu verfolgen und scheitert, weil Pilze keine klar definierbaren Grenzen haben, dann kommen basale Vorstellungen unseres Weltbildes wie der Identitätsbegriff ins Wanken. Was genau untersucht man dann eigentlich im Labor unter kontrollierbaren Bedingungen und ist es das gleiche wie das „Wood Wide Web“? Sheldrake hat mit vielen Forschern gesprochen und diese fachlichen und wissenschaftstheoretischen Diskussionen sind intellektueller Goldstaub. Das Tier- und Pflanzenreich sind vergleichsweise gut erforscht, Pilze, die daneben ein eigenes Organismenreich bilden, sind dagegen noch für Pioniere und Freigeister offen. Allein eine geeignete Metapher für das Leben von Pilzen zu finden, liest sich wie eine philosophische Meditation. Wir müssen Metaphern nutzen, um etwas zu verstehen, präfigurieren damit aber schon, was wir sehen können (und was wir dann notwendig ausblenden). Diese Denkbilder nehmen wir gerne aus der uns bekannten Natur oder der Technik. Aber von einem Netzwerk zu sprechen, blendet genauso viel aus wie von Symbiose zu reden. Sheldrake schafft es, diese Ungewissheit sachlich zu diskutieren, aber erst einmal so bestehen zu lassen, um den Blick für die Phänomene offen zu halten. Wer oder was denkt da z.B., wenn Pilze Probleme bei der Futtersuche lösen und offenbar Entscheidungen treffen können, obwohl sie biologisch nichts einem Nervensystem Vergleichbares aufweisen. Sind diese „hirnlosen Entscheidungen“ trotzdem Denken oder denken wir unser Denken einfach nur sehr eingeschränkt? Und wie ist das mit dem Übergang von Natur zur Kultur durch den Menschen? Termiten kultivieren in ihren Bauten sehr ausgeklügelt Pilze und haben den Schritt zur Kultur nach unserer Definition schon einige Millionen Jahre vor der Menschheit vollzogen.

Wenn man über Pilze nachdenkt, beginnt die Welt anders auszusehen, das vertraute Weltbild wird durcheinandergewirbelt und wir lernen wieder angesichts der Vielfältigkeit des Lebens zu staunen.

Sheldrakes Parcour querfeldein durch die unbekannte Welt der Pilze mit Mikroskop, Grabschaufel, Laborausrüstung, Trüffelhund, Selbstversuch, Evolutions- und Wissenschaftstheorie bietet zwar keine griffigen Antworten auf alles, regt aber auf jeden Fall zum selbst-Denken an. Schön, dass es noch solche wachen und auch etwas exzentrischen Forscher gibt, die auf die Idee kommen, das eigene Buch mit Austernpilzen zu besiedeln und dann zu essen und ein anderes Exemplar zu Bier zu vergären und zu trinken. Da haben seine Eltern etwas richtig gemacht.

Merlin Sheldrake: Verwobenes Leben. Wie Pilze unsere Welt formen und unsere Zukunft beeinflussen
Berlin (Ullstein) 2020
ISBN 978-3-550-20110-3

Impfstoffe und Zwischenbilanz

The Lancet (die renommierteste Medizin-Zeitschrift) hat am 27. April 2021 folgendes veröffentlicht:

Eine Peer-Review-Studie bestätigt die Wirksamkeit des Impfstoffs, ist nicht wie von den Impfstoffherstellern angegeben bei 95%, sondern liegt weit darunter.

  • AstraZeneca: 1,3%
  • Moderna: 1,2%
  • Johnson&Johnson: 1,2%
  • Biontech/Pfizer: 0,84%

Sie haben alle getäuscht, indem sie die relative Risikoreduktion anstatt der absolute Risikoreduktion angegeben haben. Während die Relative Risikoreduktion (RRR) nur Teilnehmer berücksichtigt, die von dem Impfstoff profitieren könnten, betrachtet die absolute Risikoreduktion (ARR), die die Risiko-Reduktion für die gesamte Bevölkerung. Da die gesamte Bevölkerung geimpft werden soll, ist auch (APR) der maßgebliche Wert.

Impfstoffe sind also faktisch nutzlos.


Zwischenbilanz

Info-Medico hat die Zahlen des Paul Ehrlich-Institutes analysiert:

Während es in den Jahren von 2000 bis 2020 bei über 770 Millionen Impfungen zu 206 dokumentierten Todesfällen kam, sind es nun bei 14,3 Millionen Impfungen (seit 2021) bereits über 2030 dokumentierte Todesfälle.

Damit haben wir rein rechnerisch:

  • 30fach höhere Nebenwirkungsrate
  • 7,5 mal mehr schwere Nebenwirkungen
  • ca. 47 mal mehr Tote pro 100.000 Impfungen.

👉auf telegram: t.me/rabbitresearch


Dieser Verschwörungstheoretiker ist der Virologe und Nobelpreisträger Luc Montagnier.

„Wir riskieren, Effekte zu haben, die absolut unvorhersehbar sind. Wie Krebs… Man darf Menschen, Kinder nicht wie Versuchskaninchen behandeln. Das ist absolut unethisch.“

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Schiffbruch

In diesem kleinen Areal im Mittelmeer vor Libyen finden seit Jahren annähernd 99% aller Schiffbrüche auf den Weltmeeren statt.

Zum Glück sind dort immer schon Seenotrettungsschiffe, Küstenwache, nein, es sind NGO-Schiffe, die die Schiffbrüchigen aufnehmen und, wie im Seerecht verankert, sofort zum nächstgelegenen Hafen in Sicherheit bringen.

Oder auch nicht