Atmung

In großen Gruppen werden die Gespräche schnell laut, weil jeder den anderen übertönen will. Die Tonhöhe steigt ebenso und irgendwann klingt es in meinen Ohren nur noch schrill. Ich denke dann immer: Ausatmen!

Manchmal werfe ich das tatsächlich in die Runde ein, alle sehen mich irritiert an, halten einen Moment inne und können kurz entspannen, bevor sie wieder ins Gespräch einsteigen.

Atmung beeinflusst unser Fühlen, Denken und Handeln – und umgekehrt. Versuche einfach einmal unter Atemnot zu lachen, klar zu denken oder gezielt zu handeln.

Aber meine Atmung ist doch in Ordnung. Sicher? Vielleicht bringen Dich diese 12 Minuten zum Nachdenken.

TEAM – Toll, ein anderer machts

Jedem aufmerksamen Beobachter ist sicher schon aufgefallen: mehr Menschen zusammen sind, desto eher gehen sie davon aus, daß der andere die Aufgaben erledigen wird. Bewiesen hat das der französische Agronom Max Ringelmann schon 1883.
Ringelmann ließ in seiner Versuchsanordnung zwanzig Studenten allein und in Gruppen an einem fünf Meter langen Seil ziehen. Das andere Ende des Seils führte zu einem Kraftmessgerät. Die Ergebnisse waren ernüchternd:
Zogen zwei Leute gleichzeitig am Seil, leistete jeder durchschnittlich nur noch 93 Prozent dessen, was er zuvor allein geschafft hatte. Bei drei Leuten waren es noch 85 Prozent, bei vier 77 Prozent und bei acht Personen nur noch durchschnittlich die Hälfte seiner Maximalleistung. Diese Tendenz zum sozialen Faulenzen ist heute als Ringelmann-Effekt bekannt.
Selbständige können nicht auf diesen Effekt bauen, weil kein anderer da ist. In größeren Organisationen tritt das Problem mit zunehmender Arbeitsteilung stärker in Erscheinung.
In einem Staat kommt das soziale Faulenzen dann zur Blüte: Man fordert dann gerne von anderen, was man selbst zu leisten nicht bereit ist.

Es ist notwendig, dass wir uns selbst kritisieren

Vom 3. bis 6. November 2018 fand in Scharm El-Scheich (Ägypten) das Weltjugendforum statt. Auf einer der Sitzungen stellte sich Ägyptens Präsident Abdel Fattah As-Sisi den Fragen der Teilnehmer. Nachfolgend präsentieren wir (Jüdische Rundschau) seine Antwort auf eine Frage bezüglich der Migration.

Migration aus „Vertreibungsstaaten“

Kurz nach der Wende habe ich meine ersten Heidegger-Seminare in Leipzig bei einem jungen Dozenten namens Rudolf Brander aus Freiburg besucht. In Jeans und weissem Hemd brachte er uns einen der größten Denker der Neuzeit näher – und das ist bei Heidegger alles andere als einfach.

Dann habe ich Rudolf Brandner viele Jahre aus den Augen verloren, bis ich im immer lesenswerten Blog von Jürgen Fritz auf einen Text von ihm stiess: Migration: ein Dampfventil anti-moderner Staaten zur Zementierung ihrer Rückständigkeit.

Die Analytik der Migrationsproblematik hat es deshalb in erster Linie mit diesen politischen Unverhältnissen zu tun; ihr erster Adressat ist deshalb auch nicht der «Migrant», sondern der Staat, der aufgrund des Versagens seiner politischen Klasse zum «Emigrationsstaat» – man könnte fast sagen: «Vertreibungsstaat» – wird.

Die Migrationspolitik vergeht sich überall am Prin­zip politischer Vernunft, die Negativität realgeschichtlicher Verhältnisse dort auf­zu­lösen, wo sie entspringen.

Für einen Philosophen, der als Arbeitsbereich „Philosophische Grundlagenforschung“ angibt, eine sehr realitätsbezogene Analyse. Wahrscheinlich kann nur noch ein nicht an staatliche Institute gebundener Denker so frei und unverblümt das im Grunde Naheliegende auf den Punkt bringen.