Es ist notwendig, dass wir uns selbst kritisieren

Vom 3. bis 6. November 2018 fand in Scharm El-Scheich (Ägypten) das Weltjugendforum statt. Auf einer der Sitzungen stellte sich Ägyptens Präsident Abdel Fattah As-Sisi den Fragen der Teilnehmer. Nachfolgend präsentieren wir (Jüdische Rundschau) seine Antwort auf eine Frage bezüglich der Migration.

Verwaltung heute und damals

Ein Freund erklärt mir, dass es heute in der Verwaltung wichtiger sei, Verwaltungsfachwirt (oder wie immer das genau heißt) zu sein, als von dem Fachgebiet Wissen oder gar Erfahrung zu haben. Ein ausgebildeter Verwaltungsfachwirt kann also ebenso „kompetent“ in der Denkmalbehörde wie in der Forst- oder Migrationsbehörde arbeiten. Er selbst arbeitet in der Verwaltung, hat aber in seinem Fachgebiet studiert und langjährige Erfahrung.

Das erklärt einiges…

Im Vergleich dazu:

Prof. Dr. Friedrich Theodor Althoff war Abteilungsdirektor der 2. Abteilung im Preußischen Kultusministerium mit 34 Beamten (inklusive Bürodienern) und war zuständig für:

  • Universitäten
  • Technische Hochschulen
  • Höheres Schulwesen
  • Wissenschaftliche Anstalten
  • Bibliotheken
  • Akademien
  • Museen
  • Kunsthochschulen
  • Handelshochschulen

Der Mann war fähig, denn bis 1918

  • wurden 40% aller Nobelpreise an deutsche Wissenschaftler vergeben,
  • 80% der Wissenschaftsliteratur erschien in deutscher Sprache,
  • internationale Wissenschaftssprache war Deutsch,
  • Analphabeten gab es in Deutschland kaum noch,
  • deutsche Universitäten waren ein begehrtes Ziel ausländischer Studenten und
  • deutsche Medizin war Weltspitze.

Bödecker, Erhardt: Preußen und die Wurzeln des Erfolges (Rottenburg, 2018), S. 268 f.

Freie Uferwege für alle

Wir sitzen in unserer freien Wählergruppe zusammen und diskutieren, was wir in der kommenden Legislaturperiode erreichen wollen. Einen Wanderweg an einem unserer Seen konnten wir freihalten, an einem anderen See haben haben Anlieger aber schon vor vielen Jahren den Durchgang blockiert, so dass man einen großen Umweg laufen muss. Wir wollen mit ihnen reden, zwei Meter am Ufer für den Wanderweg freizugeben. Gute Idee, allgemeine Zustimmung.

Einer unserer Abgeordneten weist darauf hin, dass man den Wanderweg dann auch gleich weiterführen könnte, wo die Grundstücke ebenfalls bis ans Ufer gehen. Eine junge Frau, in den Bürgerinitiativen für freie Wege eher eine Aktivistin, wird plötzlich unruhig. Ihr Vater besitzt eines dieser Grundstücke. Natürlich sollten die Uferwege frei sein, aber man brauche auch eine ausgewogene Balance zwischen frei zugänglichem Ufer und schönen Seegrundstücken, versucht sie, selbst nicht ganz überzeugt, zu argumentieren. Aha.

„Mehr Sozialismus wagen“ fordere ich sie einfach mal auf.

Arbeitsteilung

Jede Zivilisation, schon jede größere Kultur baut auf Arbeitsteilung – jeder macht im Idealfall das, was er am besten kann, verkauft es auf dem Markt für Geld oder tauscht es gegen Produkte oder Dienstleistungen, die er selbst nicht hat oder herstellen kann.

Je komplexer eine Zivilisation ist, desto stärker ist die Arbeitsteilung ausgeprägt. Niemand kommt auf die. Idee, sich ein Mobiltelefon, ein Auto oder einen PC zu bauen. Bei Nahrung war es noch bis vor gar nicht so langer Zeit durchaus normal, selbst anzubauen und zu ernten bzw. sich Hühner, Kaninchen oder ein Schwein zu halten.

Viele Menschen sind damit nicht glücklich, wie die Gartenzeitschriften und die Baumarktprospekte zeigen. Wir wollen Dinge selbst tun und die Do-it-yourself-Bewegung ist dafür ein Indiz.

Durch Arbeitsteilung werden wir dazu gezwungen, nur in einem kleinen Bereich selbst Produzenten zu sein.

  • Man nennt das Berufung, wenn wir darin aufgehen,
  • Beruf, wenn es in Ordnung ist, und
  • Job, wenn es nur zum Geld verdienen ist.

Dadurch verlieren wir schnell die Orientierung, was viele dieser für das Funktionieren einer komplexen Gesellschaft wie der unseren notwendigen „Arbeitsteile“ bedeuten. Viele sind wichtig für das Funktionieren einer Gesellschaft, wir haben aber nur undeutliche Vorstellungen, was da abläuft und was es bedeutet.

Da ich im Osten großgeworden bin und als Student wenig Geld hatte, mußte ich in vielen Bereichen aushelfen oder arbeiten: Ernte (Äpfel, Kirschen, Erdbeeren, Tomaten), Landwirtschaft (Kohl hacken), Bahnausbesserungswerk, Elektroteile zusammenschrauben, Teile an der Drehmaschine drehen, Autokran-Endmontage, Fotoapparat-Teile stanzen, Bahnzüge saubermachen, Soldat, frisch gegossene Automotoren-Gehäuse durch die Gegend tragen, archäologische Ausgrabungen machen, eine Datenbank aufbauen und pflegen, Bücher Korrektur lesen, Rohre in einem Autowerk verlegen, beim Oktoberfest in der Küche arbeiten, Barkeeper, Ausstellungen konzeptionellen und aufbauen, Gästezimmer saubermachen – und da sind meine beruflichen Stationen noch nicht einmal mitgezählt. Was ich dabei aber gelernt habe ist: alle diese Jobs sind wichtig.

Arbeitsteilung bedeutet aber auch, dass wir (fast) alle anderen Bereiche konsumieren:

  • Essen und Trinken,
  • Wohnen,
  • (Warmes) Wasser aus der Wand,
  • Abwasser, das irgendwohin verschwindet,
  • Strom von irgendwo aus der Steckdose,
  • Gesundheit – dafür haben wir Krankenkasse und Ärzte,
  • Informationen (und heute auch gleich die Meinungen dazu) aus den Medien,
  • Sport und
  • selbst moralisch gute Gefühle oder Schuldgefühle.

Man läuft Gefahr ein Schmalspurleben zu führen, weil man sich ja häufig auch nur in den gleichen Kreisen, also mit Menschen aus den gleichen oder ähnlichen Arbeitsbereichen, bewegt. Wir werden – ausser in unserem Produktionsbereich – zu Lebenskonsumenten.

Die Grünen kommen, die Roten gehen

Parteienforscher starren auf Umfragewerte, Intellektuelle wie Norbert Bolz analysieren:

So wie in den 60er und 70er Jahren revolutionäres Klassenbewusstsein produziert wurde, wird heute apokalyptisches Umweltbewusstsein produziert – die Bewusstseinsindustrie hat von Rot auf Grün umgestellt. Und wie damals die Roten, so beuten heute die Grünen das Schuldbewusstsein der westlichen Kultur aus. Dabei entfaltet sich eine Dynamik, die jedem Religionswissenschaftler vertraut ist: Die apokalyptische Drohung produziert Heilssorge.

Dieses grüne Glaubenssystem ist natürlich viel stabiler als das rote, das es ablöst. Die Natur ersetzt das Proletariat – unterdrückt, beleidigt, ausgebeutet. Die Enttäuschung des linken Heilsversprechens hat apokalyptische Visionen provoziert, nämlich solche vom Untergang der Umwelt. Für eine funktionalistische Betrachtung liegt der Zusammenhang auf der Hand: Weil die Hoffnung auf Erlösung enttäuscht wurde, interessiert man sich wieder für Schöpfung – unter dem Namen Umwelt. Und dabei muss man nicht einmal auf den Rausch der Revolution verzichten. 

Aus meiner Sicht sehr überzeugend argumentiert und vor allem mit einem großen Erklärungspotential. Fragen muss ich mich aber, ob dieses Muster in uns so fest verankert oder eingebrannt ist, dass wir das brauchen.

Migration aus „Vertreibungsstaaten“

Kurz nach der Wende habe ich meine ersten Heidegger-Seminare in Leipzig bei einem jungen Dozenten namens Rudolf Brander aus Freiburg besucht. In Jeans und weissem Hemd brachte er uns einen der größten Denker der Neuzeit näher – und das ist bei Heidegger alles andere als einfach.

Dann habe ich Rudolf Brandner viele Jahre aus den Augen verloren, bis ich im immer lesenswerten Blog von Jürgen Fritz auf einen Text von ihm stiess: Migration: ein Dampfventil anti-moderner Staaten zur Zementierung ihrer Rückständigkeit.

Die Analytik der Migrationsproblematik hat es deshalb in erster Linie mit diesen politischen Unverhältnissen zu tun; ihr erster Adressat ist deshalb auch nicht der «Migrant», sondern der Staat, der aufgrund des Versagens seiner politischen Klasse zum «Emigrationsstaat» – man könnte fast sagen: «Vertreibungsstaat» – wird.

Die Migrationspolitik vergeht sich überall am Prin­zip politischer Vernunft, die Negativität realgeschichtlicher Verhältnisse dort auf­zu­lösen, wo sie entspringen.

Für einen Philosophen, der als Arbeitsbereich „Philosophische Grundlagenforschung“ angibt, eine sehr realitätsbezogene Analyse. Wahrscheinlich kann nur noch ein nicht an staatliche Institute gebundener Denker so frei und unverblümt das im Grunde Naheliegende auf den Punkt bringen.

Ein Topf als Repräsentation Ihres Lebens

Ein Philosophie-Professor stand vor seiner Klasse und hatte ein kleines Experiment vor sich aufgebaut: einen sehr großen Blumentopf und drei geschlossene Kisten. Als der Unterricht begann, öffnete er die erste Kiste und holte daraus Golfbälle hervor, die er in den Blumentopf füllte. Er fragte die Studenten, ob der Topf voll sei. Sie bejahten es.
Als nächstes öffnete der Professor die zweite Kiste. Sie enthielt Kieselsteine. Diese schüttete er zu den Golfbällen in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei. Sie stimmten zu.
Daraufhin hat dann der Professor die dritte Kiste geöffnet. Sie enthielt Sand. Diesen schüttete er dann ebenfalls in den Topf zu dem Golfball-Kiesel-Gemisch. Logischerweise füllte der Sand die verbliebenen Zwischenräume aus. Er fragte nun ein drittes Mal, ob der Topf nun voll sei. Die Studenten antworteten einstimmig „ja“.
Der Professor holte zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor, öffnete diese und schüttete den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus. Die Studenten lachten.

„Nun“, sagte der Professor, als das Lachen nachließ, „ich möchte, dass Sie diesen Topf als die Repräsentation Ihres Lebens ansehen.
Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben trotzdem noch erfüllend wäre.“
Er fügte fort: „Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, Ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten.“
„Falls Sie den Sand zuerst in den Topf geben“, schloss der Professor fort, „hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge. Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand.“

Einer der Studenten erhob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier repräsentieren soll. Der Professor schmunzelte: „Ich bin froh, dass Sie das fragen. Denn das zeigt Ihnen: Egal wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es ist immer noch Platz für ein oder zwei Bierchen.“

Geldsystem

Nein, Banken sind nicht einfach Intermediäre, die das Geld ihrer Kunden als Kredite ausgeben. Das habe ich früher auch gedacht, es ist aber falsch – und als falsch bewiesen, wie diese empirische Überprüfung aus dem Jahr 2013 belegt. Der Artikel ist etwas länger, aber lesenwert.

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“, meinte der Autopionier Henry Ford. So gesehen ist es gut, dass eine Umfrage unter britischen Abgeordneten ergeben hat, dass noch 9 von 10 denken, das Geld werde ausschließlich vom Staat geschaffen.

schreibt Dr. Daniel Stelter auf seinem lesenwerten Blog. Lesenwert, weil er ein kluger Kopf ist, der andere Argumente anhört, abwägt und sich ggf. auch korrigiert.

„Nun könnte man meinen, dass es keine Rolle spielt, dass die breite Öffentlichkeit unser Geldsystem nicht versteht, solange es funktioniert und solange die Fachleute zumindest wissen, wie es geht und was zu tun ist, um Krisen zu verhindern. Doch genau dies ist nicht der Fall, wie Zoltan Jakab und Michael Kumhof in einer neuen Studie der Bank of England aufzeigen. Zentrale Aussage: Während die Experten bei Notenbanken, dem IWF und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich das System verstehen, würden in der breiten Volkswirtschaftslehre und auch bei den Bankern selbst, immer noch völlig falsche Vorstellungen von der Funktionsweise des Geldsystems vorherrschen.“

Was ist das?

 

Es ist schon einige Tage her, aber die Frage ist immer noch nicht geklärt: meine Frau ass einen Apfel und biss dabei auf etwas Hartes, viel härter als Plastik, denn sie dachte zunächst, ein Stück Zahn sei abgeplatzt.
Es war dann dieses etwa stecknadelkopfgroße, klare (Glas-?) Stückchen, das ganz offensichtlich im Apfel war. Neugierig geworden habe ich mir das Teil unter dem Mikroskop (90 fache Vergrößerung) angesehen und war verblüfft, denn es wurde eine Art Webstruktur sichtbar. Es gibt auch einen Einschluss – eine Art gelborangen Faden.

Meine Anfrage beim Institut für Obstbaumforschung blieb unbeantwortet und mir fällt immer noch keine gute Erklärung ein. Deshalb meine Bitte: Wer hat so etwas schon gesehen und weiß, was das ist? Etwas Natürliches, aus dem Apfel, eine Art Meteorit…? Fotos zum Vergrößern anklicken.

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