Wahlen in einer Demokratie

Eine Demokratie kann nicht als permanente Regierungsform existieren. Sie kann nur solange existieren, bis die Wähler merken, dass sie sich selbst Großzügigkeiten aus der Staatskasse wählen können. Von diesem Augenblick an wird die Mehrheit immer für die Kandidaten stimmen, die die meisten Zuwendungen aus der Staatskasse versprechen, mit dem Ergebnis, dass eine Demokratie immer aufgrund einer lockeren Finanzpolitik zusammenbricht und ihr immer eine Diktatur folgt.

Alexander Fraser Tytler (1747 – 1813)

Wiederentdeckung der Spiritualität

Rupert Sheldrake hat sich schon in jungen Jahren mit seiner Hypothese von der morphischen Resonanz als einem Form- und Verhaltensgedächtnis der Natur seinen Ruf in der etablierten Wissenschaft ruiniert. Gab es anfangs noch renommierte Befürworter einer Diskussion seiner Thesen, ist in den Zeiten von Genetik, Biotechnologie und allgemeinem Machbarkeitswahn davon keine Rede mehr. 

Jetzt, gut 35 Jahre später, schreibt er ein Buch über die Wiederentdeckung der Spiritualität und stellt sieben Praktiken mit ihrem Einfluss auf Körper und Psyche vor: Meditation, Dankbarkeit, Mensch und Natur (als In-Kontakt-Sein mit der mehr-als-menschlichen Natur), die Beziehung zu Pflanzen, Rituale und die Präsenz der Vergangenheit, Gesang, Sprechgesang und die Macht der Musik, Pilgerreisen und heilige Stätten. Mit jeweils zwei Übungsvorschlägen wird jedes Kapitel abgerundet. So weit , so mittelprächtig interessant. Wer eine Art Kochbuch für ein spirituelles Leben erwartet, wird enttäuscht werden. Sheldrake ist immer noch ein Sucher, der jenseits der Autobahnen der Wissenschaft unterwegs ist. Mit Mitte siebzig sieht er dieses Buch als den „Ertrag“ seiner langjährigen Reise durch Wissenschaft, Geschichte, Philosophie, Spiritualität, Theologie und Religion sowie seiner Reisen durch die Welt. Dieses Querfeldein-Denken macht die Lektüre dann spannend. Drei Kostproben, um sie neugierig zu machen:

1) In einer Gesellschaft, die auf Tauschhandel basiert, verkümmert die Dankbarkeit und es wächst die Anspruchshaltung. Erst Unglücksfälle verändern die Perspektive und machen uns bewusst, dass nichts so selbstverständlich ist, wie es immer den Anschein haben mag. Von unserem Weltbild hängt es ab, ob wir Dankbarkeit empfinden können oder ob eben alles nur Zufall und Notwendigkeit, Wissenschaft, Technologie und harte Arbeit ist. Mit ein paar gedanklichen Federstrichen macht Sheldrake klar, wie unwahrscheinlich unsere Existenz aus kosmischer Sicht eigentlich ist, was für ein Wunder das Dasein jedes Menschen ist und wie uns Dankbarkeit mit dem Fluss des Lebens verbindet – oder eben auch nicht. 

2) Heute scheinen wissenschaftliche Modelle wichtiger als die lebenden Organismen zu sein, die sie beschreiben. Die lebendige Natur wird durch abstrakte Konzepte ersetzt, die nur im menschlichen Geist und in Computerprogrammen vorkommen. Dennoch sind ganz real an jedem Wochenende viele Menschen aus der Stadt unterwegs in die Natur und folgen damit offenbar einem menschlichen Grundbedürfnis. In diesem Zusammenhang analysiert er historisch verschiedene Weltbilder und ihr Verständnis von Gott, Natur und Evolution. Diese Grundannahmen konfigurieren Wahrnehmung und Verständnis und v.a. unser Verhalten zur Welt. Dagegen ist sein Abstecher zur Frage, ob die Sonne vielleicht auch ein  Bewusstsein hat, fast schon eine Lockerungsübung. 

3) Blütenpflanzen gibt es schon Millionen von Jahren länger als den Menschen und woher kommt eigentlich der Schönheitssinn der Insekten, die sie bestäuben? Schönheit und Fülle sind für die Evolution eigentlich gar nicht notwendig. 

Sheldrake hat sich den Blick für das Lebendige und für die Wunder dieser Welt bewahrt. Im Hintergrund ist dieses Buch eine Auseinandersetzung mit der herrschenden materialistischen Weltanschauung, das eine mehr-als-menschliche Welt nicht anerkennen will und vor allem sich selbst nicht als ein Glaubenssystem zu sehen imstande ist.

Die Wiederentdeckung der Spiritualität. 7 Praktiken im Fokus der Wissenschaft

O.W. Barth Verlag 2018

ISBN: 978-3-426-29288-4

Zeichen der Zeit – heute: Dienstleistung

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Ab einer bestimmten Häufung werden die allerdings die bisherigen Ausnahmen selbst zur Regel.

Wir sitzen mit ein paar Freundinnen zusammen, die Geschäfte in der Innenstadt einer Landeshauptstadt haben und können das Gesagte durch Erfahrungen in der Gastronomie untersetzen.

Guten Tag und wenigstens ein Tschüß sind nicht mehr die Norm.

Telefonieren mit dem Mobiltelefon (gerne auch laut) vom Eintreten bis zum Verlassen sind keine Seltenheit mehr. Zwischendurch lassen sie sich Waren zeigen und verschwinden dann…

Bitte und Danke sind schon längere Zeit nicht mehr angesagt.

Erster Satz in einem Café: Ich nehme …, dann zahlen, wortlos gehen.

Schließen sie gerade? Ja. Sofort wird der Kinderwagen ins Geschäft gewuchtet und die Waren werden begutachtet…

Apopros „begutachtet“: Die Kundin läßt sich Waren zeigen, um dann laut zu kommentieren, dass das Zeug ja total häßlich, doof und Schxxx ist.

Wir denken darüber nach, Strafgeld für Respektlosigkeit zu berechnen oder Coaching für Höflichkeit anzubieten.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen nur noch um ihren eigen Bauchnabel kreisen.

Zeichen der Zeit – heute: Maschinenbau

1) Ein Freund arbeitet seit vielen Jahren bei einem der (bisher) Weltmarktführer im Bereich Kraftwerksbau im Turbinenbau als Ingenieur – so lange schon, dass er am Bein eigentlich schon eine Inventarnummer haben müsste.

Da er Rechnen kann, hat er sich früh eine Vorruhestandsregelung ausgehandelt. Dann begann der Tod auf Raten über die Monate: zuerst wurden deutsche Zulieferer durch chinesische ersetzt, dann kamen die Entlassungen, am Ende Stand der Verkauf der gesamten Sparte ins Ausland.

Die Restaufträge abzuarbeiten wird spannend, denn das Management ist zwar noch (mehr als) ausreichend da, die Facharbeiter, die die Turbinen nach dem Guss bearbeiten müssen, sind dagegen als erste entlassen worden.

Das Know-how ist weg – für immer.

Die Wertschöpfung ist weg – und damit diejenigen, die alle anderen finanzieren.

Es lebe die Globalisierung!

2) Keine drei Monate ist es her, dass mich ein alter Freund anruft und mir den Tipp gibt, dass seine Firma, ein Automobilzulieferer mit weltweit 3000 Mitarbeitern, dringend Fachkräfte sucht. Ich frage freundlich an und die Antwort ist etwas verhalten: sie wollen erst die interne Personaler-Position besetzen. In Ordnung, denke ich, versuche ich es nach der Sommerpause noch einmal.

Ein Blick in die Nachrichten letzte Woche belehrt mich, dass ich eine Aufgabe aus meiner Liste streichen kann: das Unternehmen hat Insolvenz beantragt.

Auch das war absehbar. Wie ich erfahre, sind fast alle Autowerke die sie weltweit aufbauen, bestenfalls die Hälfte nach der Fertigstellung in die Produktion gegangen.

Auch hier gilt: echte Wertschöpfung ist weg und die Frage bleibt, wer eigentlich den täglichen Irrsinn in diesem Land finanzieren soll. Ich weiß es nicht, bin aber für sinnvolle Antworten gerne offen.

Zeichen der Zeit – heute: Gesundheitswesen

Dieser Tage war ich viel unterwegs und habe dabei mit Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen gesprochen. Ein paar Zeichen der Zeit aus dem Gesundheitswesen:

Einen Freund frage ich, wie es denn um seine Tochter steht, die als Zahnärztin einige Zeit wegen ihres Kindes keinen Job hatte. Alles in Ordnung, erfahre ich, sie hat jetzt wieder einen Vertrag in einer Art Zahnarzt-Zentrum. Allerdings hat sie Umsatz-Vorgaben, die sie manchmal nicht erfüllt. Vor kurzen waren dann alle Zahnärzte zum Coaching in einem Hotel in Nordafrika, wo ihnen gezeigt wurde, wie sie ihre Umsätze (mit den Patienten) erhöhen können. Jetzt muss ich nachfragen. Ja, sie wurden gecoacht, wie sie ihren Patienten Zusatzleistungen verkaufen, damit sie ihre Umsatzpläne erfüllen.

Bei einem Geburtstag sitzen wir mit einem Pärchen an einem Tisch und kommen ins Gespräch. Wir sind uns sympathisch und plaudern. Er arbeitet als Arzt in einem sehr großen und bekannten Krankenhaus als Manager, der mit den Kassen die Budgets für das Klinikum aushandelt. Dabei frage ich ihn auch nach den Budgets für neue Therapieformen, weil mich das beruflich gerade interessiert. Die kosten mal schnell 300.000 Euro und demnächst auch noch mehr, wie ich erfahre – und was gar nicht so viel ist, wenn der Patient danach gesund ist. Chronisch Kranke sind über die Dauer ihrer Krankheit häufig viel teurer. Aber bei allen wichtigen Zivilisationskrankheiten (Herz-Kreislauf, Krebs, Diabetes etc.) wird doch schon seit Jahrzehnten mit sehr viel Geld geforscht und ein grundlegender Ansatz für Therapien ist meines Wissens immer noch nicht in Sicht, frage ich ihn. Korrekt, aber das Gesundheitswesen und die Pharmaindustrie verdienen nur mit Kranken Geld – ja, das hat er wirklich gesagt.

Die Konsequenzen überlasse ich dem Lesen zu ziehen…

Plastemüll

Na klar müssen wir unsere Umwelt schonend behandeln und z.B. weniger Plastikmüll erzeugen. Aber wir trennen ja brav unseren Hausmüll und unsere gelben Tonnen sind auch immer voll.

Die Flüsse, die den meisten Plastemüll ins Meer und die Ozeane spülen, sind auch nicht bei uns.

Woher der Müll in den großen Strudeln aus Plastemüll kommt, erfährt das hier.

Bei uns wird sauber recycelt und der Rest schadstoffarm verbrannt – dachte ich bis vor Kurzem. Dann sehe ich diese Graphik und war sprachlos:

Plastic Waste Imports and Exports

Das Risiko und sein Preis – Skin In The Game

Im Studium habe ich für Philosophiezeitschriften Berichte von Kongressen und Tagungen geschrieben. Abends beim Bier riet mir ein Professor: Wenn sie jemals einen eigenen Gedanken haben sollten, schreiben sie ein Buch drumherum. Das erklärt mir seitdem den „mangelnden Nährwert“ vieler Bücher.

Dieses Problem ist Nassim Nicholas Taleb fremd, das Buch ist beim zweiten Lesen noch genauso spannend wie beim ersten Mal. Das hängt mit der hohen Erkenntnisdichte zusammen und mit Talebs Stil, den Leser auf ein denkerisches Abenteuer mitzunehmen und dabei weder auf Autoritäten noch auf eine akademische Karriere Rücksicht nehmen zu müssen.

Skin in the game handelt von Komplexität und Asymmetrien. Unser Kontakt mit der Realität wird hergestellt, in dem wir unsere Haut aufs Spiel setzen, gewissermaßen einen Preis für die Folgen unseres Handelns zahlen. Taleb entwickelt seine Gedanken aus dem normalen Leben eines Menschen, der selbständig für seinen Lebensunterhalt aufkommt und Verantwortung für sein Handeln trägt. Wirtschaftsprofessoren, Investmentbanker und Politiker gehören nicht dazu, entscheiden aber über das Leben der anderen – und häufig falsch. Deshalb sollten Menschen, die kein persönliches Risiko eingehen, nie mit Entscheidungen betraut werden.

Vier Themen sind es, die Taleb unter dem Oberthema „Seine Haut aufs Spiel setzen“ behandelt: Ungewissheit und Zuverlässigkeit von Wissen (Bullshit-Entlarvung), Symmetrie in zwischenmenschlichen Beziehungen, also Fairness, Gerechtigkeit, Verantwortung, drittens Informationsaustausch bei Transaktionen sowie Rationalität in komplexen Systemen und in der Realität. Das Buch ist sauber gegliedert, es liest sich mit seiner Mischung aus Anekdoten, Exkursen in Politik, Religion, Philosophie, Sprachwissenschaften, Finanzwesen und einigem anderen unterhaltsam und dennoch ist es alles andere als leichte Kost. Es ist Querfeldein-Denken, in dem u.a. Themen behandelt werden wie: Wie kommt es, dass intolerante Minderheiten die Welt regieren und uns ihre Ansichten aufzwingen? Wie zerstört Universalismus die Völker, denen er eigentlich helfen will? Warum sollten Chirurgen nicht wie Chirurgen aussehen? Wie sollte Außenpolitik betrieben werden? Warum breiten sich Gene und Sprachen unterschiedlich aus? Inwiefern geht es bei Rationalität um Überleben und nur darum?

Taleb hat ganz sicher mehr als nur einen eigenen Gedanken gehabt.

Instant-Philosophie

Ein alter Freund besucht uns mit seiner Frau. Wir kennen uns seit dreißig Jahren, er war einer der ersten Dozenten, die nach der Wende nach Leipzig gekommen sind. Mittlerweile ist er ein bekannter Philosoph und erfolgreicher Buchautor.

Er erzählt, dass er keine Seminare mehr gibt. Ich bin erstaunt – warum? In den letzten Jahren war keiner der Studenten noch vorbereitet und hatte das Buch gelesen, über das diskutiert werden sollte. Ich bin im ersten Moment sprachlos. Philosophiestudenten kommen in ein Seminar und haben nichts gelesen, diskutieren dann aber über die paar Seiten, die man in einem Blockseminar zu lesen schafft? Korrekt, antwortet er.

Früher, als er (und später noch auch ich) studierte, hat man die Probleme, die man beim Lesen und Durcharbeiten von Texten hatte, auf sich bezogen. Was habe ich nicht verstanden? Lies es noch einmal! Frage Kommilitonen und wenn das nichts hilft, dann frage den Dozenten. Philosophische Texte haben es an sich, dass sie nicht einfach sind – sie bauen auf einer langen Tradition auf, sind in einem geschichtlichen Umfeld enstanden, sie versuchen Welt neu zu erschliessen und müssen dafür oft auch neue Worte finden.
Heute fragen die Studenten, warum sich Philosophen so kompliziert ausdrücken müssen. Sie verstehen es nicht, suchen den Grund nicht aber bei sich selbst, sondern bei den Autoren.

Im Grunde überrascht mich diese Haltung nicht, sie ist vielmehr normal geworden: von allen anderen fordern, dass sie einem alles möglichst kostenlos und ohne eigene Anstregung mundgerecht servieren und dann kritisieren (meckern), dass es irgendwie trotzdem falsch ist… Verwöhnte Kinder, im Körper eines jungen Erwachsenen gefangen,  ausgestattet mit dem Selbstreflexionsvermögen und der Kritikfähigkeit eines Pubertierenden – gefördert, aber nie wirklich gefordert.
So werden Kulturen weder erhalten noch entwickelt und vielleicht sollten unsere Bildungspolitiker, Pädagogen und Lehrer einmal darüber nachdenken, ob sie ihre Menschenversuche nicht bald einstellen sollten.

Stromausfall

Es ist ein Freitagabend im Juli, wir sitzen zu Hause und mit einem hörbaren Klack ist plötzlich der Strom weg. Der Kühlschrank macht noch ein paar Geräusche, die LED-Lampe sirrt leise und verglimmt und in der Wohnung hört man überall ein Klicken und Piepen. Mit eine Mal ist es dunkel und Stille legt sich über die ganze Stadt.

Ein Blick nach draussen: auch dort ist alles finster, nicht einmal die Straßenlaternen sind noch in Betrieb. Nur vereinzelte Solarleuchten sind zu sehen. Ein paar Leute sitzen wohl ein paar Häuser weiter noch draussen und man kann jedes Wort verstehen. Zum Glück hat auch die Musikanlage des Nachbarn, der uns wieder einmal mit seinem speziellen Musikgeschmack und unüberhörbarer Lautstärke genervt hat, auf Schweigen umgestellt. Wer jetzt Musik hören will, muss singen oder seine Instrumente aus dem Schrank holen.

So ist es also, wenn der Strom nicht mehr aus der Steckdose kommt….

Wir zünden eine Kerze an, schenken Wein nach und geniessen die Ruhe. Nach ein paar Minuten ist der Strom wieder da, aber nur kurzfristig. Auch der zweite Versuch scheitert und dann bleibt es lange dunkel und erst irgendwann tief in der Nacht haben wir wieder Strom. Deutschland ist in diesem Jahr schon mehrfach an einem flächendeckenden Stromausfall nur knapp vorbei geschrammt. Was wäre eigentlich bei einem mehrtägigen Blackout zu erwarten?

Ein kurzer Blick auf mein Mobiltelefon zeigt mir, dass auch der Handymast tot ist. Telefonieren wird also problematisch und ob wenigstens die Notrufnummern noch funktionieren, weiß ich nicht genau… Funktioniert die Sirene für die Feuerwehr noch? Wahrscheinlich nicht. Da müssen dann wohl im Fall der Fälle wieder die Kirchenglocken geläutet werden.

Die alltäglichen Normalitäten sind aber einschneidender:

Das Leitungswasser kommt aus dem Hahn – noch, denn es wird ja gepumpt und noch ist ein Restdruck da. Andere erzählen, dass es bei ihnen kein Wasser mehr gab.

Das Abwasser wird übrigens auch gepumpt und wenn die Pumpe keinen Strom mehr hat, steht sie still. Das wird nach ein paar Tagen für Nase sehr interessant werden. Bei uns kann man seine Notdurft sicher auch irgendwo im Garten verrichten, in einer Großstadt steigen die Chancen auf Epidemien allerdings stündlich.

Wer dann schnell weg will, sollte sich nicht auf die Bahn verlassen. Die fährt mit Strom. Ein voller Autotank ist dann Gold wert, denn die Tankstellen pumpen das Benzin zu den Zapfsäulen – wenn Strom da ist.

Einkaufen kann auch problematisch werden. Die Supermärkte arbeiten alle mit elektrischen Kassen und haben z.T. auch elektrisch betriebene Einlass- und ein angeschlossenes Warenwirtschaftssystem. Aber zunächst muss sowieso der Kühlschrank und dann der Tiefkühlschrank leer gemacht werden.

PC, Tablet, Smartphone etc. dürfen ohne Verbindung ins Netz noch den restlichen Akku aufbrauchen und dann ist Schluss. GPS könnte noch funktionieren, wenn die Karten auf dem Gerät geladen sind.

Auch wenn jetzt Sommer ist, ein Stromausfall im Winter legt auch die Steuerungen für Heizungen lahm und dann wird es kalt. Wohl dem, der einen Ofen und Heizmaterial hat…

Wasserkocher und Elektroherde sind dann übrigens auch nutzlos; wahrscheinlich auch Gasherde, denn auch das Gas muß ja gepumpt werden.

Strom aus der Steckdose ist so selbstverständlich, dass wir erst darüber nachdenken, wenn er plötzlich weg ist. Insofern war dieser Ausfall ein Anlass zum Nachdenken, wie man sich (mit halbwegs überschaubarem Aufwand) auf kommende Ereignisse dieser Art vorbereiten kann. Wer Zelten geht, ist da schon mal besser vorbereitet.

Energiewende, Klimawahn und mangelnde Bildung werden dafür sorgen, dass dieser Stromausfall kein Einzelfall bleiben wird. Wir sind auf dem Weg in ein Zweite-Welt-Land.

Bobos

Auf die Vorherrschaft des traditionellen Bürgertums im Westen ist eine neue Oberklasse gefolgt: die Bobos.

Auf die Unternehmer, die in einer freien Gesellschaft Verantwortung übernehmen und Risiken tragen, seien Leute gefolgt, die sich nicht an den Bedürfnissen anderer orientieren, die einen anderen Zeithorizont haben, die konsensorientiert sind, deren Kollektiventscheidungen auf Kosten langfristiger Ziele gehen, die vom Wesen her Verwalter und keine Eigentümer sind, die sich in der staatlichen Interventions- und Inflationspolitik eingerichtet haben.

Das französische Wort „bobo“ kommt von „bourgois-bohème“; im Englischen meint „bobo“ einen Wohlstandsbürger, der glaubt, nicht-konformistische Werte zu vertreten; und das spanische „el bobo“ wird mit „Dummkopf“ übersetzt.

Quelle: Entschuldigung, ich bin mir nicht mehr sicher, aber wahrscheinlich das EF Magazin.

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